Meine Woche vom 28. Juni bis 4. Juli 2020

Da waren sie wieder - die gern gepflegten Vorurteile:

Was reizt emanzipierte Frauen am BDSM?

Gibt es dominante Frauen in dieser BDSM-Welt?

Gibt es devote Sadisten?

Oder Sessions ohne SM?

 

Warum sind die Bilder immer so einseitig? Warum muss alles in eine Schublade passen? Sind wir BDSM´ler so eingleisige Menschen, dass wir nicht vielseitig und vielschichtig sein können? Für mich ist BDSM bunt und schillert in allen Farben. Zwischen den Polen gibt es so viele Länder, Menschen und Möglichkeiten zu entdecken, dass ich mehrere Leben bräuchte, um alles zu sehen und zu erfahren.

 

Zu dieser Farbenvielfalt gehört in meinen Augen auch die Vielfalt und Vielzahl an möglichen Beziehungsformen. Sicher, der Begriff Beziehungs-Anarchie passt auf den kurzen Blick scheinbar nicht dazu: Anarchie als Abwesenheit von Herrschaft. Aber damit ist gemeint, zwischenmenschliche Beziehungen auf der Basis individueller Wünsche anstatt feststehender Normen und Regeln zu führen. Und dann wird wieder "ein Schuh" daraus. Ersetzen wir das Wort "Wünsche" durch Neigungen, sind wir wieder im BDSM mit seiner Variationsbreite an Beziehungsformen.

 

Gehört zu dieser Art, unsere Neigungen in zu uns passenden Beziehungsformen auszuleben, auch Hörigkeit - im positiven oder auch negativen Sinn? Was macht Hörigkeit aus, wo beginnt diese? Geht die Unterwerfung unter den Willen von Top immer mit Abhängigkeit einher? Ist diese Abhängigkeit immer negativ besetzt? Zugegeben, ein sehr komplexes Thema. Aber drösele ich es auseinander und entferne ich das BDSM aus der Ausgangsfrage, sind wir alle mehr oder minder abhängig und damit hörig von irgendjemandem oder irgendetwas. Und niemand von uns würde die Tatsache, dass wir alle abhängig sind vom Sauerstoff in der Luft, dass Kinder abhängig sind von ihren Eltern, dass Arbeitnehmer in gewissen Sinn abhängig sind von ihren Arbeitgebern als negative Hörigkeit definieren. Ich denke, bei Hörigkeit im BDSM sollte das Mittelmaß Grundlage sein und Selbst- und Eigenständigkeit niemals ganz verschwinden.

 

Auch wenn es nicht in meine Gedankenwelt passt, finde ich Menschen, die sich mit Pet Play beschäftigen und vor allem deren Gefühlswelt dabei, sehr interessant. Ich hätte mir mehr Einblick gewünscht in diesem Thread, der leider viel zu kurz war.

 

Wir lesen so oft von Subdrop, von Abstürzen, von negativen Erlebnissen von Bottoms. Es gibt einen Thread, in dem sich Tops austauschen, die Rückschläge und Misserfolge erlebt haben und sich trotz oder wegen einer schief gelaufenen Session weiterentwickelt haben. Auch wenn es albern klingt: auch ein Top ist ein Mensch mit Sensibilität und Sensitivität. Halbgötter waren gestern.

 

In diesem Sinn wünsche ich Euch den Olymp auf Erden und den Hades in Euren Schlafzimmern, Spielzimmern und Kellern.

Zoras Gedanken für ihren Herrn

* = Passwort-geschützte Bereiche

About us

Privacy

Cookies

Sitemap